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Bergwinter 2025/26 - Abschnitt 1
Winterwanderung Wank

Es dauert nach dem vielseitigen Urlaub im warmen Südafrika nicht lange, bis wir mit dem weißen Gold in Berührung kommen. Ende November kommen die ersten Schneefälle herab und überzuckern das Voralpenland. Wir überlegen, ob wir gleich beim ersten Anschein des Winters alles auf eine Karte setzen und eine Skitour riskieren wollen - aber natürlich wissen wir genau, daß das nun wirklich keine gute Idee für die armen Ski ist. Daher entscheiden wir uns für eine Winterwanderung vor der Kulisse des Wettersteins; es geht einmal mehr auf den Wank. Bei minus zehn starten wir morgens um acht vom Parkplatz und erleben eine frostige Morgenstimmung. Wie vorausgesehen haben wir prächtige Aussicht auf Alpspitze und Co.

Oben angekommen machen wir an einem windgeschützten und sonnigen Eck am Wankhaus unsere Gipfelrast. Der Blick über den Garmischer Kessel ist doch immer wieder beeindruckend. Beim Abstieg kommen uns dann wahre Heerscharen an Wanderern und anderen interessanten Gestalten entgegen - sicher zehn davon in kurzen Hosen. Naja, man muß nicht alles auf dieser Welt verstehen...
Roßkopf am Spitzingsee

Eine knappe Woche später - wir hatten die überschwänglichen Berichte der Steinskiexperten genau studiert und in die Realität übersetzt - wagen wir uns dann an die erste Skitour der Saison. Wieder einmal bewegen wir uns auf der Piste von Roßkopf und Stümpfling in sowohl lawinen- als auch skitechnisch ungefährlichem Gelände. Um halb acht starten wir bei zapfigen Temperaturen vom Parkplatz des Kurvenliftes und können nach zehn Minuten der Sonne zusehen, wie sie über dem Horizont aufgeht.

Wir sind froh um die warmen weichen Sonnenstrahlen - aber auch mit diesen bleibt es noch ordentlich frostig.

Eine Stunde später stehen wir dann zum ersten Mal auf dem Gipfel des Roßkopfes. Die Sonne befindet sich - nun schon deutlich höher - über dem Sonnwendjoch. Es ist windstill und deutlich wärmer als in der Kältewanne des Spitzingkessels.
Gemütlich fellen wir ab und starten in die erste Abfahrt der Saison, die uns an ein paar steinverseuchten Stellen am Gipfelgrat vorbei über fein gewalzte Pisten nach unten bringt. Im unteren Drittel dann abermals eine Kehrtwende - wir haben noch nicht genug und fellen wieder an. Diesesmal geht es erst zum Stüpfling, der mittlerweile prächtig in der Sonne liegt, und von dort am Rücken entlang abermals zum Roßkopf. Dort befinden sich anstelle der fünf Personen vom ersten Mal nun eher fünfzig Leute - aber ja, das kam ja beileibe nicht überraschend. Wir genießen die anschließende zweite Abfahrt, die uns wieder zum Auto zurückbringt. Mit einem Brotzeitstopp in Schliersee geht es nun wieder zurück nach München. Den Vormittag haben wir mit dem Ausritt an den Spitzing wahrlich gut genutzt!
Eiskarspitze in der Wattener Lizum

Zwei Tage später nehmen wir die etwas längere Anfahrt in die Wattener Lizum in Kauf, um wieder einmal eine Tour mit unserem Nepal-Reisekameraden Andreas zu gehen. Bei recht guten Bedingungen steigen wir Richtung Eiskarspitze an.

Wir freuen uns über die überdurchschnittliche Schneelage in der Wattener Lizum, wenngleich auch noch der Grundschnee fehlt.

Mit Genuß machen wir uns an die ersten Schwünge in dieser Skisaison im freien Gelände. Ich freue mich an der Abfahrt, auch wenn ich mir an einem versteckten Stein einen tiefen Kratzer hole. Na, wo gehobelt wird, fallen halt Späne.
Nach der Tour bewirtet uns Andreas mit einem exquisiten Curry im Nepali-Style in Kombination mit Tiroler Zelten - hervorragend! Dementsprechend zufrieden rollen wir nach München zurück. Schauen wir mal, was das Wetter weiter macht, und wann die nächste Skitour ansteht.
Skifahren in Ischgl

Mit den Kollegen geht es vor Weihnachten dann wieder in den Schnee - wobei von letztgenanntem auch in Ischgl, unserem Talort, nicht viel zu sehen ist. Immerhin sind die Pisten im Skigebiet dank der Schnekanonen in passablem Zustand. Wir rauschen mit einem Grinsen im Gesicht die teilweise durchaus steilen Abschnitte herunter.

War am ersten der drei Tage noch Kaiserwetter vorhanden, so trübt es sich am letzten Tag etwas ein. Die Sichtverhältnisse bleiben jedoch gut genug für die rassigen Abfahrten...

...und das intensive Wolkenspiel setzt die Umgebung natürlich auch ausnehmend gut ins Bild!
Nach diesem Wintersport-Ausflug steht nun allerdings ein harter Bruch an - über die Feiertage werden wir im Oman die Rub al-Chali erkunden. Schauen wir mal, wie es uns bei sommerlichen Temperaturen in der größten Sandwüste des Planeten ergeht!
Die Zeit der Pistenskitouren

Schnee- und Lawinensituation haben zur Folge, daß wir nach unserem Urlaub in der Rub al-Chali im Oman zunächst auf den Pisten der Skigebiete unserem schönen Hobby frönen - wie zum Beispiel am Längenfelder Kopf bei Garmisch.

Immerhin haben wir eine wunderbare Aussicht über Kreuzeck und Wank.

Natürlich geht es auch wieder mit den Nachtskitouren los - bis zum Ende des Winters werden es (mindestens) drei Stück sein.

Ein paar Tage später: Längenfelder Kopf zum Zweiten.

Nachtskitour plus eins.

Auch die Seefelder Pisten eignen sich zu netten Touren; hier am Härmelekopf auf dem Weg nach Praxmar.
Praxmar

Ein strenger Dreier und eher ungemütliche Bedingungen verhindern den Aufstieg zum Zischgeles - damit geht es einmal wieder zur
meistbegangenen Skitour auf diesem Planeten. Die Lampsenspitze verbirgt sich hinter der runden Felskuppe im Bild.

Auf dem Rückweg tut sich die Sonne hervor und leuchtet in die pistenmäßig eingefahrene Abfahrt.

Schöne Lichtstimmung am Nachmittag...

...die sich leider jedoch nicht in den nächsten Tag fortsetzt. Abermals gehen wir mangels Alternativen die Lampsen an.

Ein paar Tage später: Längenfelder zum Dritten. Immerhin bei traumhaften Bedingungen!
Roter Kogel im Sellrain

Endlich ruft uns eine ausgewachsene Skitour ins Sellrain - es soll auf den Roten Kogel gehen. Daß wir überhaupt bei dem harten
Dreier auf der Lawinenwarnstufe eine solche Unternehmung wagen, ist unserem Kameraden aus Hall zu verdanken. Andreas hat wie nur
wenige die Erfahrung und auch die Ortskenntnis, ein passendes Ziel in dieser Lage bei diesen Bedingungen anzugehen.

Wir passieren einige Hänge, die sich bereits deutlich entladen haben. Immer wieder erinnern uns Setzungsgeräusche, daß wir nicht im
Spielplatz unterwegs sind.

Die flache Route zum Roten Kogel stellt bei den Bedingungen ein verhältnismäßig gut zu kalkulierendes Risiko dar.

Wir freuen uns an den schönen Umgebungen.

Langsam geht es mit großen Sicherheitsabständen in den wenigen etwas steileren Passagen nach oben.

Nahe am Grat geht es dann die letzten Meter zum Gipfel.

Von dort sehen wir hinunter nach Praxmar, wo wir vor einer Woche unterwegs waren.
Brandner Tal

Der niedrigen Schneelage ist es geschuldet, daß wir bewußt in ein Skigebiet reisen, um die nächsten Skitouren zu gehen - paradox, aber in diesem Winter auch pragmatisch.

Nach dem Anstieg über die ersten dreihundert Höhenmeter über die durchaus steile Piste der Palüdbahn biegen wir in stillere Gefilde ab.

Es ist nicht einfach, bei den schneearmen Bedingungen eine gute Linie nach oben zufinden, aber Richtung Zalimkopf klappt es einigermaßen.

Die gruselig abgeblasenen letzen Hänge bis zum Skidepot lassen wir jedoch auch links liegen. Die Abfahrt ist ähnlich anspruchsvoll
wie der Aufstieg; wir wollen ja unsere Ski nicht vollständig an den Steinen ruinieren.

Am nächsten Tag geht es zunächst gleich ansteigend zum Hinterjöchle. Im Talgrund biegen wir dann jedoch vom gestrigen Weg nach rechts hin ab und können entlang eines schönen Weges gut nach oben kommen.

Bald schon liegt das Ziel im Blick - das Hinterjöchle ist über den letzten etwas steileren Hang zu erreichen.

Der hat es jedoch in sich - in der Sonne fließt der Schweiß in Strömen.

Im Joch tun sich wunderbare Blicke auf - welch schöne Umgebung.

Wir dampfen auf dem aperen Joch schnell aus und müssen bald die Jacken anlegen - aber egal; das war es wert!
Tanzeck und Taubenstein

Endlich ergibt sich auch ein Ausflug in die nähere Umgebung: Tanzeck und Taubenstein stehen an, jedoch bei ausgesprochen
ungemütlichen Bedingungen.

Wir fellen in Rekordzeit ab und machen uns vom Tanzeck an die Abfahrt. In der Mitte angekommen geht es wieder hoch zum Taubenstein-Haus, wo wir das Ritual wiederholen. Felle runter und ab durch die Mitte ans warme Auto!
Tanzeck und Rauhkopf

Am nächsten Woche dan komplett veränderte Bedingungen: Bei frühlingshaft heißen Bedingungen geht es noch einmal durch den Lochgraben - der vorausgegangene Regen hat leider gewaltige Spuren in der Piste hinterlassen.

Schwitzend geht es von der Schnittlauchalm hinauf zum Tanzeck.

Nach einer Abfahrt durch Butterfirn zur Freudenreichalm fellen wir nochmal an und laufen zum Rauhkopf hinauf.

Der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten.
Osterfelderkopf

Auch Tags darauf erleben wir - vor und nach dem unverwechselbaren Trögl-Tunnel - einen wunderbaren Tag.

Bei unserem Weg zum Osterfelderkopf passieren wir die durch den Regen gezeichnete Umgebung.

Wieder ein Tag im März, der sich nach Ende April anfühlt.

Am Osterfelderkopf finden sich schroffe Aussichten.

Wir posieren gerne vor den dunklen Abbrüchen.
Bernardeinkopf

Auch eine Woche später zieht es uns wieder in den Wetterstein, dieses mal ein Tal weiter zum Bernadeinkopf.

Wir arbeiten uns wieder Schweiß vergießend durch den Firn nach oben.

Endlich kommt rechts das Gipfelkreuz in Sicht. Achtzehnhundert Höhenmeter liegen uns seit dem Parkplatz der Hausbergbahn in den Beinen.

Am Gipfel des Bernadein sehen wir gut in die Alpspitz-Ost ein. Dort tummeln sich die Aspiranten, die mit der Bahn zum Osterfelder aufgefahren sind.

Nach eine kurzen Pause genießen wir den Firn in der Abfahrt - wunderbar! Beim Bernadein-Schlepplift schauen wir uns kurz in die
Augen: Wollen wir die dreihundert Höhenmeter über die befahrene Piste wirklich wieder aufsteigen, oder machen wir es uns gemütlich?
Mit den durchaus müden Beinen knicken wir relativ schnell ein und berappen die acht Euro pro Nase für eine entspannte Bergfahrt.
Oben angekommen geht es dann auf direktem Wege wieder hinab zum Parkplatz der Hausbergbahn.
Sellrain - Touren vom Westfalenhaus - Längentaler Weißer Kogel

Zwei Wochen später geht es dann endlich wieder mal in alpineres Gelände. Am Freitag starten wir sehr früh von München nach Lüsens
im Sellrain - es ist ungewohnt, den sonst üblichen Weg nach Praxmar rechts liegen zu lassen. Von Lüsens starten wir dann bei zapfigen
Bedingungen um viertel vor Acht hinauf in Richtung des Westfalenhauses. Unterhalb unserer Unterkunft beraten wir uns kurz, welchen
Gipfel wir heute angehen möchten; die Entscheidung fällt auf den Längentaler Weißen Kogel. Auf gut angelegter Spur kommen wir unschwierig voran auf den Gletscher. Endlich geht die Sonne auf und spendet uns hier oben etwas angenehmere Temperaturen.

Beim Anblick dieser Spuren freuen wir uns bereits auf die Abfahrt unter dem blauen Himmel dieses Traumtages.

Nach dem letzten steilen Aufschwung zum Gipfel erreichen wir das Skidepot und stapfen unschwierig weiter zum höchsten Punkt. Tatsächlich können wir eine Viertelstunde zu zweit allein die prächtige Rundumsicht bewundern.

Auch die Abfahrt ist kommod; die breiten idealen Hänge erlauben entspannte Kurven.

Nach dem unvermeidlichen Gegenanstieg zum Westfalenhaus hinauf blicken wir von der Sonnenterasse noch einmal auf unser Tagwerk und lassen die Beine entspannen. Am nächsten Morgen soll es direkt von der Hütte aus zum Winnebacher Weißkogel hinauf gehen.
Winnebacher Weißkogel

Das Wetter am nächsten Tag ist etwas zugezogener als zuvor; dennoch genießen wir den Ansteig zum Winnebach-Joch.

Nachdem wir erst zum falschen Skidepot abgebogen waren, erkennen wir den richtigen Weg und haben sogar das Glück, in einer kurzen
Sonnenphase die letzten Meter zum Skidepot nach oben zu kommen.

Wer genau hinsieht, erkennt auf nebenstehendem Bild auch, warum wir es beim Skidepot belassen: Etwas dreißig Leute versuchen sich vom
Depot aus an dem Blockgrat hinauf zum höchsten Punkt. An den neuralgischen Stellen bilden sich sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg
lange Schlangen.

Wir schenken uns diesen Teil und fahren stattdessen hundert Höhenmeter zu einer kleinen Felsbank ab, bei der wir eine kleine Brotzeit
machen. Das Schönwetterfenster schließt sich dabei leider wieder langsam, und so machen wir uns bald schon auf zur Abfahrt zum
Westfalenhaus.
Hoher Seeblaskogel

Der Sonntag verwöhnt uns dann wieder mit hervorragendem Wetter. Da machen sogar die wirklich steilen Anstiege hinauf zum Hohen Seeblaskogel Laune!

Wir werkeln uns in großartiger Kulisse stetig nach oben.

Schließlich kommt das Skidepot und der Gipfel in Sicht.

Leider geht es am Depot ähnlich stressig zu wie am Vortag. Dieses Mal lassen wir uns durch den Trubel nicht abhalten und stapfen
zum Gipfel hinauf und machen das Beweisphoto.

Vom Gipfel der Blick hinab auf die Aufsteigsspur, die dann in den Steilhängen verschwindet.

Wir tappen wieder zu den Latten hinab und suchen uns in dem Ameisenhaufen eine Stelle, an der wir die Ski wieder anschnallen können.

Danach geht es an die rassige Abfahrt über die diversen Steilhänge - so macht das Spaß!

Im Tal angekommen blicken wir noch einmal zurück; eine tolle Tour! Der Rest ist gemütliches Hinabgleiten nach Lüsens, garniert mit einer lustigen Buckelpisteneinlage an üblicher Stelle vor dem eigentlichen Talgrund. Die letzten Kilometer bewegen wir uns dann per Doppelstockschub hin zum Parkplatz. Wir verstauen unsere Spielsachen und fahren hinab nach Kematen, wo wir auf Höhe des Inns in der Frühlingssonne Kaffee trinken - an den Nebentischen schon die Radfahrer in den kurzen Hosen. Ein schönes Wochenende im Sellrain klingt aus.
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